Projekte

           MINTiKi – Projekte

In den fol­genden Un­ter­pun­kten (siehe Menü oben) wer­den die von mir bis­her durch­ge­führ­ten oder or­ga­ni­sier­ten MINT-Pro­jekte und Kur­se im De­tail vor­ge­stellt. In­te­res­sier­te El­tern, Kin­der und even­tu­elle Unterstützer/ Spen­der kön­nen hier ge­nau­eres über die an­ge­bo­te­nen Mög­lich­kei­ten zur För­de­rung und (eben­so wie an­de­re be­geis­ter­te Le­ser) An­re­gun­gen für eine even­tu­el­le Un­ter­stützung von MINTiKi fin­den.

Des Wei­te­ren wird hier die Idee und de­ren Um­setzung zu einer In­dus­trie­pa­ten­schaft für sol­che Kin­der (Zielgruppe ) in Zu­sam­men­ar­beit mit dem BVMW-In­dus­trie­rat vor­ge­stellt. Vor­erst ha­be ich die­ses Pro­jekt in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit Herrn Lud­wig Schubert an die 16. Grund­schu­le Jo­se­phi­ne ge­bun­den. So­bald MINTiKi rechtskräftig als gemeinnützige Or­ga­ni­sa­tion ge­grün­det ist, pla­ne ich die­se Kooperation auf MINTiKi zu übertragen/erweitern und auf möglichst viele weitere Partner auszuweiten – nicht nur um breite Unterstützung zu sichern, sondern auch um das Anliegen und die Notwendigkeit von MINTiKi in der Öffentlichkeit zu manifestieren.

Auch die vorgestellten Projekte (Maustaste auf Projekte in blauer Menüleiste), die in Zusammenarbeit mit den Hochschulen, Instituten, Museen, Tiergärten und  anderen vorgestellt werden, sollen ausgeweitet und zukünftig an MINTiKi geknüpft werden. Die aktuellen Kursangebote finden Sie unter Kurse.

 

TU Dresden

 

TU Dresden

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachschaften der Technischen Universität Dresden begann im Juni 2003 als Studenten der Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät der TUD erstmals in drei ersten Klassen der 16. Grundschule „Josephine“ zum Thema „Zähne unter wissenschaftlicher Betrachtung“ unterrichteten. Es folgten viele weitere interessante Veranstaltungen mit den Mitarbeitern der Fachschaften Astronomie, Maschinenbau – Getriebetechnik, Starkstromtechnik, Betriebsmittelbau; Elektrotechnik – Elektronik; Physik, Chemie – anorganische Chemie; Didaktik – Chemie und Physik, Raumfahrttechnik, Medizinische Fakultät – Simulationszentrum;… .
Auch Mitarbeiter von nicht direkt an die TUD gebundenen Institu­tionen, wie die Lehr­kranken­häuser der TU „Dresden Frie­drich­stadt“ und „Dresden Neustadt“, oder das Leib­nitz­institut für Poly­mer­for­schung IPF, halfen mir tatkräftig und ge­duldig, immer kom­petent und interessant den Wissens­drang der Kinder zu stillen, meistens sogar zusätzlich zu dem sowieso schon übervollen Arbeits­pensum. So erhielten die Kinder Einblicke in die Arbeit von Ärzten, Tech­nikern und Wissen­schaftlern, was den Kindern sowohl die Freude an Natur­wissen­schaft und Technik verstärken als auch zeigen sollte, dass nicht nur Spaß, sondern auch mit viel Geduld und oftmals „mit ohne“ Spaß geforscht und gearbeitet werden muss, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Dabei ist mir auch sehr wichtig, dass diese Ver­an­staltungen die spätere Studien– bzw. Berufs­wahl für die dann bereits jugendlichen Erwachsenen er­leichtern, da sie schon früh­zeitig die notwendigen Vor­stellungen von den ein­zelnen Arbeits­be­reichen entwickeln können.

 

 

 

 

sonstige Projekte

sonstige Projekte

 

Hier werden etwas umfangreichere, aber im Moment noch nicht dauerhafte Probeprojekte vorgestellt, die rund um die Natur und Technik Kurse entstanden sind, aber nicht ausschließlich auf die Förderung von MINTi-hochbegabten Kindern abzielen. Die Themen, wie beispielsweise die Besuche beim Imker, sollen neben dem Wissen über teilweise abgelehnte Tiere wie Spinnen und stechende Insekten das Verständnis erhöhen und Vorbehalte abbauen, aber auch die Notwendigkeit des Naturschutzes als Grundlage unserer Existenz in das Bewusstsein der Kinder bringen. Themen wie Intelligenz von Tieren oder Verhaltensforschung, wie sie die Kinder im Leipziger Zoo hautnah erleben konnten, sollen den Kindern zeigen, dass man für interessante Themen auch Geduld braucht, bzw. dass Themen, welche wir nicht erfreut zur Kenntnis nehmen, wie die Fragen nach dem freien Willen, nicht durch Nichtbeachtung einfach verschwinden. Aber wenn wir es verstehen, sie zu akzeptieren und in unser Leben als selbstverständlich zu integrieren, dann können sie uns auch sehr nützlich sein. Weil Kinder noch nicht durch gesellschaftlich unsinnige Regeln konditioniert sind, haben sie auch nicht die Schwierigkeiten der Akzeptanz solcher Themen, wie dies Erwachse haben.

Lehrgänge, wie der Autogene Trainingskurs sind dazu gedacht, den Kindern schon möglichst früh eigene Möglichkeiten der Selbsthilfe in schwierigen Situationen in die Hand zu geben.

Die bereits durchgeführten Projekte können als gelungene Probeveranstaltungen angesehen werden, welche nach der geplanten Gründung einer gGmbH als festes themenübergreifendes Angebot an alle Kinder geplant ist. Themen wie „naturwissenschaftliche Zahnpflege“, welche in Zusammenarbeit mit Fachschaften der TU Dresden durchgeführt wurden, sind unter dem Oberbegriff TU Dresden beschrieben und können dort nachgelesen werden.

 

Patenschaft BVMW

Patenschaft mit dem Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft (↗BVMW) – Industrierat (seit Januar 2015)

 

Im Rahmen von Natur und Technik haben wir, Herr Schubert (Leiter der Kreisgeschäftsstelle Dresden BVMW – Industrierat) und ich, die Patenschaft zwischen der 16. Grundschule Josephine und dem BVMW seit Anfang 2005 organisiert.

 

 

Bildquelle: ↗Industrierat 2008 des BVMW Dresden 

 

Ausgangspunkt dieser Zusammenarbeit war Ende 2004 eine kleine Anzeige in einer Dresdner Wochenzeitschrift und meine Idee, das von mir vermittelte Wissen mit praktischen Erfahrungen zu kombinieren.  Nachdem ich ihm meine Projekte vorgestellt hatte, war auch er von dieser Idee sofort überzeugt, so dass es bis zur Umsetzung nicht lange dauerte. Im Zuge dieser Patenschaft besuchten die Kinder von „Natur und Technik“ ver­schiedene Betriebe dieses mittel­ständischen Unter­nehmer­ver­bandes, um die Umsetzung der wissenschaftlichen Forschungen in der Pro­duktion und die dazugehörigen betrieblichen Abläufe schon frühzeitig näher kennen zu lernen. Die Unternehmen stellten der Schule geeignete Unter­richts­­mater­ialien wie Bau­elemente, textile Spitzen aber auch eine Digital­kamera und eine Vitrine zur Verfügung. Besondere Höhe­punkte waren die teilweise Gestaltung einer Projektwoche – Unterricht und Interviews der Geschäftsführer einiger Unter­nehmen und die Führ­ungen mit Spezial­an­zügen durch die Rein­räume zweier Unter­nehmen der Mikroelektronik. Von Seiten der Schule bedankten sich die Kinder mit der Führung einiger Mitglieder des Industrierates durch das Hygienemuseum (16.12.2005), der kulturellen Eröff­nung des Industrie­tages in der HTW Dresden, der Teil­nahme an einer Podiumsdiskussion einschließlich Präsen­tation am Messe­stand des Ver­bandes zur „Karriere-Start-Messe“ (20.01.2006) und einer großen Wandzeitung (25.07.2006).

Seit Bestehen dieser Patenschaft im Januar 2005 (Vertragsunterzeichnung am 14.01.2005) konnte ich mit den Natur und Technik Kindern jährlich mehrere Betriebe besuchen, darunter zwei Mikroelektronikbetriebe und deren Reinräume, eine Gießerei, eine Druckerei, einen Spitzenhersteller, einen Metallbaubetrieb, ein Unternehmen für Oberflächenveredlung und einen Personaldienstleister. Manchmal gab es auf Seiten der Unternehmer vorsichtige Skepsis und nach unserem Besuch helle Begeisterung auf beiden Seiten. Berichten von Eltern der Kinder zufolge haben die Kinder die Vorgänge in den Betrieben auch verstanden, sich gemerkt und bis zu 4 mal von Neuem stolz und begeistert wiederholt! Von den Unternehmern kamen weitere Vorschläge für Besuche ihrer Betriebe.

Auch die Zusammenarbeit im Rahmen einer Projektwoche (zwei Unternehmer haben an 2 Tagen je in vier Unter­richts­stunden über Radio- und Kom­mu­nikations­technik ge­sprochen) war für alle Be­teiligten ein großer Erfolg. Beide Unter­nehmer erwiesen sich in Bezug auf den Umgang mit den Kindern als Natur­talente!

Interviews, die einige Betriebs­leiter einer Gruppe von „Reporter­kindern“ gewährten, hin­ter­ließen einen bleibenden Eindruck. Außerdem erhält die Schule Aus­schuss­produkte der Betriebe (zum Beispiel Spitzen für den Kunst­unterricht) und Ansichts­material für Natur und Technik (elektro­nische Bau­elemente).

 

Allerdings ist mir aufgefallen, dass Unter­nehmer und Lehrer wegen der sehr unter­schiedlichen Abläufe in ihren Kompetenz­bereichen nicht immer die gleiche „Sprache“ sprechen und damit die Verstän­digung unter­einander manchmal schwierig wird. Deshalb ist für eine erfolgreiche Durch­führung solcher Projekte immer ein Vermittler, der beide Seiten gut kennt und Miss­ver­ständ­nisse klären kann, vor allem anfangs sehr wichtig.

 

Durch solche Projekte erreicht man mindestens drei Synergieeffekte:

 

  • man interessiert die Kinder schon frühzeitig und nachhaltig für Natur­wissen­schaften und Technik
  • die Kinder erhalten früher als üblich einen praktischen Bezug zu den Dingen, welche sie in der Schule erlernen
  • die Erwachsenen erleben durch eigene Erfahrung, dass:
    • man frühzeitig beginnen muss, die Kinder zu interessieren
    • man dies nicht alleine den Eltern und der Schule überlassen kann
    • notwendige Aufwendungen im Allgemeinen nicht so ungeheuer hoch sind, wie vorher vermutet wurde

 

Außerdem erfahren viele der Angesprochenen, dass es nicht nur Freude macht, sein Wissen an interessierte, pfiffige Kinder weiter zu geben, sondern gleichzeitig auch Anregungen und Bereicherung ist. Die Kinder erleben, wie es ist, wenn man anerkannt wird.

 

Mit diesem Projekt konnte ich 2006 für die Schule einen 4. Platz bei dem bundesweiten Wettbewerb „Kids in Betrieb“ gewinnen.

 

Seit 2008 besteht aufgrund eines Unfalls und dadurch notwendiger Operationen und medizinischer Behandlungen eine Pause, weil dadurch die notwendige längerfristige Planung meinerseits leider nicht mehr möglich war. In absehbarer Zeit soll das Projekt aber im Rahmen von MINTiKi wiederbelebt werden.

Natur und Technik

Der Beginn von Naturwissenschaft und Technik für Kinder und damit von MINTiKi

 

In Dresden gibt es seit circa 2002 an der 16. Grundschule „Josephine“ ein Projekt zur „Inte­gra­tiven Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen im Grund­schulalter“ mit Unter­stützung des Sächsischen Kultus­ministerium, des Regional­schulamtes Dresden und der Karg-Stiftung.

Ziel dieses Projektes ist die integrative Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen, das heißt dass alle Kinder des Schuleinzugsgebietes der Schule zusammen mit „Projektkindern“ aus anderen Schul­ein­zugs­gebieten in gemeinsamen Klassen beschult werden und teil­weise parallel zum Unterricht, zum Beispiel Deutsch, Mathe und Sprachen auf einem höheren Niveau gefördert werden. (siehe ↗16. Grundschule „Josephine“).

Dabei fiel mir damals auf, dass bei diesem Projekt (wie überall) alle möglichen Begabungen gefördert wurden, mit Ausnahme der besonderen natur­wissen­schaftlich-technischen (↗MINT) Bega­bungen von Kindern dieser Altersgruppe.

Mein Verantwortungsbereich in diesem Projekt
Deshalb übernahm ich aufgrund meiner per­sönlichen Vor­aus­setzungen, einer In­genieur­tech­ni­schen Aus­bildung und den prak­tischen Er­fahrungen mit meinem Sohn, diesen Teil der Förderung von MINT-hoch­be­gabten Kindern im Grund­schulalter in Form eines In­ten­sivkurses seit November 2002 an dieser Schule. Darüber hinaus ergänzte ich meinen speziellen MINT-Förder­kurs ständig durch weiterführende Projekte.Dabei haben wir in diesem Kurs (Natur und Technik) mit Unterstützung von Professoren, Mitarbeitern und Studenten der Technischen Universität, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und anderen Institutionen in Dresden schon viele interessante Veranstaltungen erlebt. Die Begeisterung und das Interesse der Kinder überraschte meistens auch die beteiligten Erwachsenen. Ein nachhaltiger Effekt dabei ist, dass ein beiderseitiges Interesse an der Fortsetzung der Kontakte geweckt werden konnte.

 

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Krimskiste

MINTiKis Krims Krams Blogkiste

Hier gibt es die aktuellen Blogbeiträge. Kommentare bitte an die E-Mail-Adresse Diskussionen(commercial at)mintiki.de mit Name des Verfassers, Datum und Titel des Beitrages, der kommentiert werden soll. Wer das nicht möchte, kann auch einfach unter mintikis-krims-krams-blogkiste.blogspot.de einen Kommentar schreiben.

Lerntipps für die Schule, Uni, Vorträge oder das Leben

Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln. (Erich Kästner)

Es ist ein Text für unterschiedlich alte Zweibeiner, deshalb sind Fachbegriffe manchmal in Klammern erklärt. Und es sind keine Fünfminutentipps, sondern mehr grundlegende Hintergrundinformationen.

Einleitung

Es gibt verschiedene Formen des Lernens und verschiedene Systeme, nach denen diese verschiedenen Formen klassifiziert (eingeteilt) werden.

Es gibt dazu Begriffe wie Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, prozedurales Gedächtnis, implizites Gedächtnis, explizites Gedächtnis, Ultrakurzzeitgedächtnis, sensorisches Gedächtnis, lernzielorientiertes Lernen, leistungsorientiertes Lernen und so weiter und so weiter.

Das ist aber eigentlich alles gar nicht so wichtig, denn eigentlich zeigt es nur wie Wissenschaft funktioniert. Es zeigt was passiert, wenn Menschen etwas noch nicht wirklich verstanden haben – dann bilden sie Modelle um Dinge zu beschreiben und Vorhersagen zu treffen um anschließend mit Versuchen diese Modelle zu bestätigen oder zu widerlegen, um dann gegebenenfalls neue Modelle zu erstellen, diese wieder zu überprüfen und so weiter.

Stichwort Titel
Depression  Die Depression, wenn alle Stricke reißen
Fernsehen  Ist das aktuelle Fernsehprogramm vorsätzliche Körperverletzung
Grundbegriffe

(für Kinder)

 Was sind Moleküle Atome und Zellen überhaupt?
Impfung  Wie funktioniert Impfen? (- sehr vereinfacht erklärt)
Prüfungsangst  13 Tipps inklusive 5 Minutenhilfen
Selbstorganisation  Selbstorganisation in der Biophysik und warum Embryonen so empfindlich sind
Sprache  Sprache und der Einfluss auf unsere Wahrnehmung
Stress  Disskussion – Lernen mit Stress – gut für das Gedächtnis?

Vorwissen

Nehmen wir uns eines dieser Modelle, welches nur grob der Wirklichkeit entspricht, aber ein paar grundlegende Eigenschaften unseres Gehirns sehr gut abbildet: Das Deep-Learning (du kannst einen deutschen Untertitel einblenden und die Geschwindigkeit etwas herabsetzen, wenn du noch nicht so gut zu Fuß bist mit deinem Englisch):

Darin ist beschrieben, wie unser Gehirn lernt Dinge auseinander zu halten: Laute, Gegenstände, Gesichtsausdrücke, Muskelbewegungen und vieles mehr. Darauf aufbauend lernen Menschen Sprechen (Sprache und der Einfluss auf unsere Wahrnehmung), Fahrradfahren, Laufen und alles andere.

Einmal seine Muttersprache gelernt, kannst du dieses gelernte Wissen dazu benutzen anders zu lernen, wie zum Beispiel konkrete Fakten oder eine Fremdsprache.

Bei dem Erlernen von Jahresdaten, dem Verstehen der Mathematik und dem Erlernen einer Fremdsprache ist dir vielleicht schon einmal aufgefallen, dass du diese Sachen alle anders lernst und hinterher anders benutzt.

Für eine Fremdsprache nützt es dir in den meisten Fällen sehr wenig, wenn du alle Grammatik Regeln auswendig daher sagen kannst oder sogar verstanden hast. Es ist viel nützlicher sie einfach anwenden zu können. Und in der Mathematik nützt es dir rein gar nichts, wenn du Lösungswege wie Jahresdaten auswendig lernst oder die Regeln anwenden kannst, aber nicht verstanden hast, was du da tust. Das ist wichtig zu unterscheiden für die verschiedenen Lerntipps.

Allgemeine Hinweise für das Lernen von Fakten

Zu Beginn aber ein paar allgemeine Tipps:

  • Das Gehirn sortiert wichtige von unwichtigen Dingen beim Schlafen und speichert (lernt) nur die, welche es als wichtig bewertet. Ausreichend Schlafen ist also wichtig für dein Gehirn, damit es genügend Zeit hat gelerntes Wissen abzulegen. Deshalb ist lernen kurz VOR dem Schlafen gehen auch sehr effektiv. Kleine Anmerkung: Deshalb schlafen Babys soviel, denn sie haben jede Menge zu lernen.
  • Die Beurteilung von wichtigem und unwichtigem Wissen ist nicht wirklich bewusst steuerbar und sie ist nicht objektiv, sondern wird durch deine Emotionen beim Lernen gesteuert. Dinge, welche du mit Emotionen verknüpfst, behältst du deshalb immer besser, als langweilige Sachen. Du solltest also möglichst vor, nach und während des Lernens kein Fernsehen gucken, keine Musik hören, keine Computerspiele spielen oder in deinen sozialen Netzwerken herum trödeln. Aufgrund der Lichtreize, der dargestellten emotionalen Beziehungen/ Inhalte, der persönlichen Involviertheit (wie stark du daran beteiligt bist) insgesamt, etc. sorgst du sonst dafür, dass du dich daran ganz genau am nächsten Tag erinnerst, aber nicht an das, was du lernen wolltest (Warum sind emotionale Inhalte immer interessanter für gesunde Menschen, als nicht emotionale). Das heißt, du solltest dich auch nicht Streiten. Und Babys sollten sich nicht in den Schalf weinen.
  • Du solltest nicht unter Stress lernen, weil du dann zwar schnell viel lernst, das Gelernte aber  nicht kreativ einsetzen kannst. Außerdem konditionierst (trainierst) du dich darauf, das Lernen Stress bedeutet. Da dein Körper Stress gern aus dem Weg geht, erziehst du dir eine sehr niedrige Motivation an für alles, was mit Lernen, Schule, Wissen, Verstehen, etc. zu tun hat. Und du sorgst dafür, dass du den Stress jedes Mal wieder in dir erzeugst, wenn du mit diesem Wissen konfrontiert wirst – also auch für die Prüfung. Gerade wenn du eh schon Prüfungsangst hast, ist das gar nicht gut. ↗Ein paar Tipps gegen Prüfungsangst sind hier gelistet. Das sollte im Übrigen auch Eltern/ Dozenten/ Gruppenleitern unbedingt bewusst sein: Menschen/ Kindern mit Drohungen und Angst zu guten Noten treiben zu wollen oder mit Erniedrigungen ist äußerst kontraproduktiv (kontra heißt gegen etwas und produktiv heißt hier einen Nutzen erbringend).
  • Beschäftigungen die vor und nach dem Lernen gut tun: Sport, Schlafen, Hausarbeiten wie putzen (also stumpfsinnige Dinge), Pflichten im Allgemeinen (Abrechnungen, …), Entspannung, monotone Dinge, welche Konzentration erfordern euch aber gefallen (Löten, Origami, Malen, Stricken, etc.) oder anderen das eben gelernte Erklären, …

Konkrete Lernratschläge für Fakten

So nun zu ein paar konkreteren (hier: greifbar, direkt umsetzbar) Lerntipps:

Wie lernt man Fakten, deren Wissen oder Unwissen keinerlei persönliche Bedeutung besitzt:

  • 1. Möglichkeit: lerne diese Fakten im Zusammenhang mit interessanten Informationen. Reine Daten können spannender werden, wenn man sie in den größeren Zusammenhang bringt. Beispiele: Du interessierst dich für Medizin und in der Schule ist gerade die Steinzeit dran? – Wusstest du, dass die Menschen in der Steinzeit schon Operationen am Gehirn durchgeführt haben und die Menschen in 50 % der Fälle überlebt haben – finde die am ältesten zurück datierten Funde dazu und stelle das in Relation zu dem Datum, dass du dir merken muss. Welche Mittel hatte man in der Steinzeit zum operieren, wie wurde das umgesetzt und warum wurde das später wieder verlernt.
    Ein anderes Beispiel ist die 1848er Revolution in Deutschland – wusstest du, dass Ignaz Semmelweis erstmals herausgefunden hat, was man gegen Kindbettfieber tun kann? – Was ist Kindbettfieber, warum hat ausgerechnet Semmelweis das herausgefunden und wann – Wann war das Datum was du dir merken solltest in dem Zusammenhang – wie weit war Semmelweis da bereits mit seinen Erkenntnissen? Wie hat die Revolution Semmelweis‘ Leben beeinflusst und zu welchem Zeitpunkt?
    Oder du bist eher an Philosophie interessiert? -Wusstest du, dass le Bon sein sehr berühmtes Werk „Psychologie der Massen“ anhand der Erfahrungen zu diesen Ereignisse aufgeschrieben und Schlüsse daraus gezogen hat? Welche Ereignisse (die du gerade lernen solltest) könnte mit welcher Aussage in seinem Buch korrelieren (~zusammenhängen).
    Oder bist du doch eher von Musik begeistert? Welche Komponisten lebten zu der Zeit und was haben sie kurz davor und danach gemacht? Hatten die Ereignisse Einfluss auf ihr Werk und in welcher Form? Welche Melodien von ihnen werden heute noch in neue Lieder eingeflochten?Diese Lernmethode ist recht zeitintensiv, hat aber den Vorteil, dass du eine ziemlich gute Allgemeinbildung bekommst und du neben den Fakten vor allem lernst dein Wissen unglaublich stark zu vernetzen und damit langfristig wesentlich besser wirst in der Schule. Außerdem bekommen die gelernten Fakten dadurch eigentlich erst einen Sinn, denn nur Daten zu wissen – dafür gibt es mittlerweile Suchmaschinen. Allerdings wirst du sehr vermutlich kein Bestschüler, sondern nur ein guter Schüler von den Noten her, so wie unser Bildungssystem aufgebaut ist, es hilft dir aber im Leben.
  • 2. Möglichkeit: Du hast gar keine Interessen, keine Interessen, die in irgendeiner Form mit deinem Lernpensum zu tun haben oder schlichtweg ergreifend keine Zeit oder Motivation soviel Zeit fürs Lernen aufzuwenden. Den ersten Punkt solltest du unbedingt ändern, jeder sollte etwas haben, wofür er sich interessiert und was er gern macht, das hilft sich darauf zu besinnen, wenn es zum Beispiel mal beruflich, beziehungsmäßig oder gesundheitlich nicht so klappt oder man insgesamt Stress hat. Wenn man dann einmal ohne Ziele dasteht, ist der Frust nicht allzu groß und kann leichter überwunden werden.
    So. Und in den anderen Fällen gibt es verschiedene Mnemotechniken für sture Fakten.
    Und im Prinzip nutzen diese Mnemotechniken Tricks, um die oben vorgestellte Lerntechnik zu „simulieren“ (nachzuahmen). Dein Gehirn lernt nur Dinge, welche mit Gefühlen und anderen Zusammenhängen verbunden sind oder die völlig ungewöhnlich sind, sozusagen wider (entgegen) den eigenen Erwartungen. Wobei das auch ein Gefühl hervorruft – eine sehr positives, nämlich Überraschung. Ein Aspekt den du oben im Video erklärt bekommen hast ist, dass unser Gehirn die Umwelt abbildet, um Vorhersagen für die Zukunft machen zu können. Ist das Gehirn einmal ausreichend auf ein Problem trainiert (kann es also Züge von Häschen unterscheiden), wird diese Problem nicht mehr weiter vertieft, weil das sinnlos Energie verbrauchen würde (und unser Körper neigt in der Regel über kurz oder lang dazu möglichst wenig Energie zu verbrauchen). Erst wenn du zu den Häschen und Zügen wieder etwas Neues/ Unerwartetes hinzufügst, kann es wieder Interessant werden.
    Ein weiterer Punkt, den du oben in dem Video vermittelt bekommst ist, dass eine der „untersten“ (betrachtet aus Sicht der Verarbeitung der Informationen, nicht unbedingt räumlich) Schichten in deinem Gehirn räumliche Informationen beinhaltet und sehr vieles darauf aufbaut. Wenn du dir entsprechend Dinge vorstellen kannst in einer räumlichen Struktur, dann werden viele Schichten gleichzeitig aktiviert und das bewirkt, dass du dir diese Sachen gut merken kannst. (Andere sehr grundsätzliche Informationen sind Duft und Geräusche)
    Die Mnemotechniken verbinden oft beides: zum Beispiel die Loci-Methode (Stichwort: Assoziationskettenmethode) von lat. locus „der Ort“ in Verbindung mit der Schlüsselwortmethode. Dazu musst du dir einen Weg einprägen- durch dein Zimmer/ Wohnung/ Schulweg/ Videospiel/ entlang deines Körpers – was du magst, mit möglichst vielen Details, an denen du jedes mal verweilst, während du dir die Strecke einprägst.
    Nun brauchst du Phantasie: Beginne dir das was du lernen möchtest (Listen wie zeitliche Abfolgen, Beschriftungen von schematischen Zeichnungen, Namen, Folgen von Ereignisse wie eine Steigerung des Salzgehaltes der Meere, etc.) mit in diesen Weg Tippel-Tappel-Tour mit lustigen, inhaltlich – oder klangähnlichen Assoziationen (Gedankenverbindungen) einzubasteln. Diese Methode eignet sich auch hervorragend für freie Vorträge und Reden, wenn du den Faden nicht verlieren möchtest.

Hinweise zum Lernen einer Sprache

Wenn man eine Sprache erlernen möchte, dann in der Regel deshalb, weil man sie benutzen möchte um zu kommunizieren. Eine Fremdsprache ist also in den meisten Fällen eher ein Werkzeug, als das Ziel selbst. In diesem Fall ist es am besten, wenn man die Sprache spricht und versteht ohne darüber nachzudenken, du also kein explizites, sondern implizites Wissen hast. Zum Einen kann man dafür natürlich auch Vokabeln lernen – gerade bezogen auf die Rechtschreibung und die Aussprache. Und man sollte ein paar grundlegende Grammatikregeln, Deklinationen, etc. kennen. Aber anders als in der Mathematik muss man Sprache in erster Linie nicht verstehen, sondern können. Dafür kann man am besten, nach den besagten ersten Grundlagen, möglichst viele Fremdsprachentexte übersetzen und zwar richtig Satz für Satz abschreiben und Wörter nachschlagen. Dies erscheint zu Beginn sehr mühsam und der Erfolg wird sich am Anfang nicht einstellen. Es ist also kein Lerntipp für gute Noten in kurzer Zeit, sondern für gute Noten am Ende der Schulzeit, beziehungsweise gute Leistungen beim tatsächlichen Gebrauch. Wenn du eine Sprache auf diese Art und Weise lernst wirst du die Regeln nicht benennen können, aber richtig anwenden lernen. Nachdem du diese Übersetzungsarbeit etwa einen halbes Jahr regelmäßig durchgehalten hast (manche schaffen das natürlich viel schneller, andere brauchen länger), kannst du dich auf das Sprechen fokussieren und auf das Verstehen der gesprochenen Sprache. Letzteres geht ganz gut mit Filmen die einen Untertitel in der jeweiligen Fremdsprache habe und Ersteres indem du entweder Selbstgespräche führst oder besser mit einem Muttersprachler regelmäßig redest, wenn es dazu die Möglichkeit gibt. Anders als Grammatikregeln solltest du jedoch hierfür stärker mit explizitem Wissen arbeiten. Da Menschen etwa im Alter von 8 Monaten anfangen die Fähigkeit zu verlieren alle Sprachlaute zu differenzieren, musst du dich dafür mit etwas „höheren“ Gehirnschichten auseinandersetzen. Dafür gibt es Beschreibungen der Zungenlage, der Stelle der Vibrationen des Kehlkopfes (die man zum Beispiel mit sanftem Handauflegen überprüfen kann) und so weiter, um die Sprachlaute richtig zu sprechen, obwohl man selbst den Unterschied am Anfang gar nicht bemerkt, lernt man mit der Zeit diese feinen Abstufungen wahrzunehmen. Um an Sprachmaterial heran zukommen musst du kein Geld ausgeben. Auf Videoplattformen wie YouTube gibt es dazu jede Menge Angebote. Und wenn du das auch noch mit etwas Sinnvollem (Nachhaltigem) verbinden möchtest, kannst du selbst Untertitel hinzufügen.

 

Wie ist das in der Mathematik? Ziel von Mathematik ist nicht sinnlos irgendwelche Formeln oder Rechenwege zu beherrschen. Oft wird das in der Schule oder sogar im Studium falsch gemacht. Leider gibt es für diese Art des Lernens noch keine anschaulichen Modelle wie das Deep-Learning. Das ist auch der Grund, warum man Computer bisher nicht wirklich als intelligent bezeichnen kann, denn solange man das nicht in Modelle packen kann, ist es auch sehr schwer bzw. eher unmöglich diese Form des Lernens nachzubilden beziehungsweise zu programmieren.
In der Psychologie nennt man diese Art des Lernens, Lernen durch den „Aha-Effekt“.

Das ist auch der Grund, warum man Computer bisher nicht wirklich als intelligent bezeichnen kann, denn solange man das nicht in Modelle packen kann, ist es auch sehr schwer bzw. eher unmöglich diese Form des Lernens nachzubilden beziehungsweise zu programmieren. In der Psychologie nennt man diese Art des Lernens, Lernen durch den „Aha-Effekt“.

Wer mit Mathematik Schwierigkeiten hat, neigt oft dazu durch ständiges Wiederholen von verschiedenen Rechenaufgaben, sein Gehirn die Regeln hinter den Aufgaben selbstständig erfassen zu lassen. Ich möchte nicht sagen, dass diese grundsätzlich schlecht ist. Denn Kinder, die sonst gar keine Mathematik lernen würden (wie zum Bespiel die meisten Kinder mit Downsyndrom), können so zumindest bestimmte Grundwerkzeuge erlernen, um Mathematik an einfachen Stellen im Alltag trotzdem einsetzen zu können und dadurch eine wesentlich größere Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit erlangen. Darüber hinaus sorgt diese Vorgehensweise ab und an auch für den „Aha-Effekt“. Eine berühmte Entdeckung, welche auf diese Art und Weise gemacht wurde, war zum Beispiel das Periodensystem der Elemente von Mendelejew, der nach monatelanger Beschäftigung mit dem Problem der Sortierung der Elemente, nachts von der Lösung geträumt hat. Das Faszinierende daran ist, dass zum Zeitpunkt der Entstehung des Periodensystem sehr viele Elemente noch gar nicht bekannt waren, geschweige denn das man etwas von Außenelektronen, etc. wusste.

 

Das Problem an dieser Methode ist, dass man zum Üben in der Mathematik nie das volle Sprektrum aller Regeln durch unzählige Aufgaben abdecken kann. Es gibt Schulmodelle (z.B. Waldorf und soweit ich weiß Montessori) und auch ein paar wenige Hirnforscher (wie u.a. Manfred Spitzer & Gerald Hüther), die zwar genau das vorschlagen, aber das sind Menschen, die keine Ingenieure, Physiker, geschweigedenn Mathematiker sind und deshalb das Problem darin nicht erkannt haben. Es nützt niemandem etwas, wenn jemand ein Problem löst mit den Mitteln für einfache Systeme (zum Nachschlagen: z.B. ein Eingrößensystem beschrieben mit linearen Differentialgleichungen), um beispielsweise ein einfaches Wirtschaftsmodell zu erstellt, alles richtig nach Schema F löst und darauf aufbaudend Vorschläge für Gesetzesentwürfe erstellt, wenn der Ansatz falsch war, von linearen Zusammenhängen und nur einer Einflussgröße in der Wirtschaft auszugehen. Außerdem ist das eine sehr langweilige und zeitintensive Art sich der Mathematik zu nähern.

Leider ist unser Schulsystem so aufgebaut, dass man vor allem sehr schnell sein bei allem und nicht unbedingt viel verstanden haben muss. Man kommt also bis zum Abitur oft besser durch und mit besseren Noten davon, wenn man einfach so lange übt, bis man alle Aufgabentypen einigermaßen „auswendig“ kann und spult das dann in der Klassenarbeit unglaublich schnell wieder ab. Das Ergebnis davon ist, dass die meisten Mathematik nicht mögen und nach spätestens 3 Jahren alles wieder vergessen haben. (Leider ist das auch öfters in der Universität so)

 

Man kann und sollte natürlich, NACHDEM man verstanden hat, was man macht, einige Rechenregeln automatisiert einüben. Es ist einfach nicht sinnvoll nur das Prinzip der Grundrechenarten verstanden zu haben, weil man dann bei komplexeren Aufgaben zu langsam ist. Und in diesem einen Punkt, ist es dem Lernen einer Sprache ähnlich, denn es hilft die Symbole in der Mathematik wie eine Sprache/ Vokabeln zu beherrschen, um den Inhalt leichter aufzunehmen. Deshalb gibt es viele Aufgaben, die man lösen soll, um genau das zu beherrschen. Das ist wie das Übersetzen eines Textes aus einer fremden Sprache nur immer MIT der Verbindung zum Verstehen der Regel.

Davor sollte man aber möglichst den Weg verstehen.

Was hilft beim Verstehen des Weges und der Herleitung? Anwendungsbeispiele, verschiedene Erklärungen durch andere (Personen, Bücher, Videos), eigenständiges grafisches Veranschaulichen des Problems (viele mathematische Probleme lassen sich grafisch darstellen und oft gibt es ähnliche Darstellungen schon) und selbst verstandenes Wissen weiter erklären. Ein gute Beispiel für die grafische Veranschaulichung eines Problems ist im Übrigen oben das Video zum Deep-Learning, einer der Gründe, warum ich dieses Video sehr mag.

 

13.11.2015

 

Ja, bei diesem Beitrag habe ich einfach keine Lust weiter zu arbeiten, der vervollständigt sich also nur stückchenweise.

Laissez faire Bildungskonzepte in Deutschland

 

„Bildung ist etwas, was man ganz ohne Beeinträchtigung durch den Schulunterricht erwerben muss.“ (Mark Twain)

 

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen etwas zum Thema Lerntechniken und -prinzipien zu erzählen. Da ich aber seit einer Weile, durch eine Gasthörerschaft die Gelegenheit hatte, ein paar Lehrveranstaltungen zu besuchen und Letztens 2 h in einer Grundschule verbringen „durfte“, möchte ich zuerst etwas zum Thema Bildung in Deutschland sagen- und zwar nichts Gutes. Und ich möchte einige Ursachen dazu aufdecken.

 

Eine Bemerkung vorweg: Nein es ist nicht das Nörgeln an der Jugend von heute, welche seit Sokrates schriftlich erfasst ist, sondern ein Verweis darauf, dass es seit Jahrtausenden immer wieder Hochkulturen gab, die untergegangen sind. Und diese Untergänge wurden nicht zuletzt durch den Verlust von Wissen, Bildung und Sorgfalt verursacht oder durch zunehmenden Übermut.

 

Ich habe in einer Übung zu einer Vorlesung gesessen, wo ich den Übungsleiter akustisch nicht verstanden habe, obwohl ich nur 2 Sitzreihen von ihm entfernt saß und obwohl er laut, verständlich und deutlich gesprochen hat. Die Studenten einer Ingenieursdisziplin waren mitten in der Übung derart laut, dass man einfach kein Wort verstanden hat und am liebsten sich etwas auf die Ohren gehalten hätte um sich konzentrieren zu können.

Die Schüler in den ganz normalen Grundschulen sind hingegen derart laut Nachmittags, dass man sie am anderen Ende eines 20 m Ganges in einem anderen Zimmer und hinter verschlossenen Tür noch sehr deutlich vernehmen kann und laut Reden muss um ein vernünftiges Gespräch führen zu können. Und leider sind die Unterrichtsstunden nur unwesentlich leiser. Ich bin zwar kein Lehrer oder Erzieher und ich schreibe beiden Berufsgruppen keinen unerheblichen Anteil an dieser Situation zu, ABER ich wäre bei dieser Lautstärke auch gestresst und überfordert – egal in welcher Position (ob Lehrer, Erzieher oder Schüler). Jeden Tag aufs neue. Und ich habe ja auch hin und wieder gequasselt während der Vorlesung, aber wenn sich Studenten wirklich Katzenvideos in der Vorlesung oder der Übung ansehen,  finde ich sehr deplaziert. Und das konnte ich jetzt schon dreimal zufällig beobachten.

 

Immer häufiger finden sich in den Schulen und KITAs Modelle in denen Kinder „selbst entscheiden“ dürfen, was sie tun und lassen möchten, wie und wie nicht. Eltern werden mit einer Unmenge an Erziehungsratgebern zugeschüttet, deren Hintergründe sich häufig schwer erkunden lassen und es gibt kostenlose Unterlagen bei Ärzten oder es werden Empfehlungen von Hebammen ausgesprochen. Hersteller werben mit vielerei Produkten und Material, um mit zweifelhaften Methoden zukünftige Konsumenten unter Missbrauch von neurobiologischen Erkenntnissen sicher zu stellen. Daher ist es fast unmöglich für die meisten Eltern durch rationale Entscheidungen zu einem richtigen Erziehgunsstil zu finden, zumal ja jeder ein bisschen die Altlasten der eigenen Erziehung mit sich „herumträgt“, die er entweder vollkommen gegenteilig umsetzen möchte oder unbedingt verteidigt. Die Folge daraus ist, dass Eltern sich darauf verlassen, was ihnen ihr Gefühl sagt. Leider erleichtert dies eine geschickte Manipulation mit schönen Worten durch verschiedene Interessengruppen [1].

Ein sich immer weiter verbreitendes Konzept ist die Senkung des Bildungsstandards unter dem Deckmäntelchen der Freiheit und vor allem durch historisch und inhaltlich missverstandenen Bildungsmodelle, deren Sprache und Bezugsmodelle vor über 100 Jahren aktuell waren. Heute wird in unserer Kultur eine völlig andere Dimesnsion unter den Begriffen der Freiheit, der freien Meinungsäußerung, der Persönlichkeitsentwicklung und dem  eigenständigem Denken verstanden, als im Nachklang des 1. Weltkrieges. Daher sind auch die Ansprüche an ein Bildungssystem heute andere, als damals.

Trotzdem verbreiten sich zwei völlig gegensätzliche Strömungen der Erziehung immer mehr: zum einen Eltern, welche ihre Kinder von früh bis spät von vornherein mit Aufgaben überschütten und zum Anderen Eltern, die ihren Kinder völlige Freiräume zur „Selbstentfaltung“ von Anfang an lassen und ihre Kinder auf keinen Fall überfordern möchten. Leider bringen die meisten dieser Konzepte etwas „religiöses“ mit sich – es wird geglaubt und umgesetzt, was der Gründer gemeint und gedacht hat, ohne kritisch zu hinterfragen und sich grundlegend zu verändern. Die mit „Studien“ unterlegten Konzepte (wenn es denn welche gibt) vieler Reformpädagogikmodelle haben dabei unter anderem einen entscheidenden Fehler: sie betrachten nicht die Vorbedingungen zu den Studien. Das heißt, wenn man ein komplett autoritäres Modell plötzlich umstellt auf ein völlig „freies“ Modell oder ein „freies“ Modell umsetzt in einer ansonsten autoritären Gesellschaft, erzielt man komplett andere Ergebnisse, als wenn man diese Rand- und Vorbedingungen nicht hat.

Daher werden Kinder in vielen Bildungsanstalten, wenn man es denn als Bildung bezeichnen möchte, in gewisser Weise völlig sich selbst überlassen „um sich ganz und gar frei zu entfalten“. Abgesehen davon, dass einige dieser Konzepte gar keine „Nachweise“ der Wirksamkeit bringen. Wie das zum Beispiel die Waldorfschulen, beziehungsweise die Rudolf-Steiner-Schulen unterlassen. In diesem Fall ist das auch nicht verwunderlich, da es sich hierbei um eine esotherische Weltanschaung handelt und nicht um Pädagogik. Ja, viele wissen nicht, dass die Anthroposophie (nicht zu verwechseln mit Anthropologie!) als Grundlage für die Gestaltung des Unterrichts und des Schulalltages dient. Dabei steht die Anthroposophie nicht nur für Wiedergeburt/ Karma sammeln und deren Vertreter für die Impfkritik, sondern stehen in diesem Zuge auch dafür ein, dass Kinder sich ihre Eltern, Lehrer, … kurzum ihr gesamtes Leben verdient haben, beziehungsweise die Seele der Kinder sich diese ausgesucht haben. Das klingt nicht weiter schlimm, solange man nicht jede Form der Krankheit oder Misshandlung als selbstgewählt, beziehungsweise selbstverdient betrachtet. Und das ist nur eine einzige dubiose Seite dieser Weltanschauung, da die Auflistung aller weiteren hier zuviel Platz einnehmen würde. Wer sich dahingehend weiter informieren möchte sollte nach Begriffen wie Demter, Astralleib, Ätherleib und Co ausschauhalten oder sich mit einer kleinen Zusammenfassung auf Youtube vergnügen ([Doku komplett] Wie gut sind Waldorfschulen und Ver-Steinerte Erziehung: Über Risiken und Nebenwirkungen der Waldorfpädagogik Teil 1 und Teil 2 ).

Was haben diese Konzepte mit dem staatlichen Schulsystem zu tun? Nunja, es gibt genügend staatliche Schulen, in denen der so genannte Epochenunterricht eingeführt wird verknüpft mit jede Menge „Freiarbeit“. Die Bildungsinhalte werden seit Jahren runter geschraubt und das ist nicht gefühlt so, sondern der Vergleich der Inhalte meines Matheleistungskurses mit denen meiner Geschwister, an der gleichen Schule und mit den Lehrbüchern meiner Eltern. Das fängt aber schon an mit dem Vergleich der Inhalte in der ersten Klasse. Mit der Zahl der Wörter die geschrieben werden können müssen, mit der Zahl der Rechtschreibfehler, der Schriftgröße, etc. und wenn ein und das selbe Kind vor der ersten Klasse besser lesen kann, als mit dem Austritt aus der Grundschule, dann ist sehr klar deutlich, wo das Problem liegt – nämlich in diesem Fall bestimmt nicht bei den Eltern, beziehungsweise im sozialen Umfeld der Familie. Kindern wird kein strukturiertes Vorgehen mehr vorgelebt im Unterricht oder an Lehrinhalten im Allgemeinen, sondern sie sollen und müssen selber einen Weg finden. Sich also selber überlassen. Ich verteidige damit nicht das Gegenteil, die komplette Bevormundung. Das ist ein genauso schlechtes Konzept. Aber wenn Kinder sich Mathematik komplett selber beibringen sollen, die Mathematiker über Jahrtausende nur Stück für Stück erarbeitet haben, frag ich mich, wie das Kinder in wenigen Jahren schaffen sollen. Oder ein etwas anschaulicheres Beispiel: Schwimmen lernen oder die Giftigkeit von Pilzen erkunden durch Versuch- und Irrtum könnte tödlich enden. Kulturfortschritt fußt darauf, dass Menschen Wissen aktiv durch ihre ausdifferenzierte Sprache weitergeben.

 

[1] vergleiche Artikel auf scienceblogs.de

 

Fortsetzung folgt…

Kinder führen Kinder

Kinder führen Kinder mit MINTiKi

Kin­der ab dem Grund­schul­alter ler­nen seit November 2003 re­gel­mä­ßig und ak­tiv an­dere Kin­der durch ein Mu­seum zu füh­ren. Die Kin­der erarbeiten sich die In­for­ma­tio­nen zu den Ob­jek­ten selbst mit Hil­fe von Er­wa­chse­nen und den zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Ar­beits­mit­teln. Anschließend tragen sie sich ihr Wissen ge­gen­sei­tig vor und unterstützen sich bei der Fehler­er­ken­nung. Die Er­wa­chse­ne sind mög­lichst nur als Mo­dera­tor und Be­ra­ter aktiv. Be­su­cher­kin­der wer­den ein­mal mo­nat­lich ge­führt.
Die Tex­te wer­den von den Kin­dern nicht aus­wen­dig ge­lernt, so dass je­de Füh­rung ein Uni­kat ist. So üben die Kin­der das freie Spre­chen spie­lend ohne No­ten­druck. Natür­lich kön­nen die Kin­der auch hin­ter die Ku­lis­sen des Mu­seums bzw. der Ein­rich­tung schauen und Din­ge er­le­ben, die für nor­male Be­sucher nicht zu­gäng­lich sind (zum Bei­spiel der Be­such des Ma­ga­zins und Ar­chi­ves). Ab­ge­sehen da­von möch­te ich er­rei­chen, dass die Dresdner Kin­der­grup­pen ei­nen lockeren Kon­takt un­ter­einan­der pfle­gen, das heißt es soll­ten ge­gen­sei­tige Führungen und ge­mein­same Ver­an­stal­tun­gen statt­finden. Inner­halb von Dres­den sol­len mög­lichst vie­le In­ter­essen­ge­biete in den un­ter­schied­lichsten Museen und Ins­ti­tu­tio­nen ab­ge­deckt wer­den.
In allen Ein­rich­tun­gen (Deu­tsches Hy­giene­museum Dres­den, Bo­ta­ni­scher Gar­ten der TU Dres­den, Karl May Museum Ra­de­beul, Tech­nische Samm­lungen Dres­den, Tech­nische Uni­ver­sität Dres­den -Kus­todie, staat­liche Kunst­samm­lungen – Museum für Sächsische Volks­kunst mit Pup­pen­the­ater­samm­lung, Zoo Dres­den, Ver­kehrs­museum Dres­den) in de­nen ich die­ses Pro­jekt dauer­haft oder zeit­lich be­grenzt durch­führen konnte zeigte sich, dass sich die Kin­der mit viel Freu­de und Ta­lent die­sem in­teressanten Hobby wid­meten und es nicht an der Un­fähig­keit der Kin­der lag, wenn die­ses Pro­jekt nicht fort­geführt wurde.
Hier ein kurzes Beispiel der Kindern im Hygiene­museeum (1. Klasse):

 

(wenn hier kein Video angezeigt wird, einfach hier nach­sehen https://www.youtube.com/watch?v=Ga-WuXG0HuU)

 

Bei der Durch­führung des Pro­jek­tes „Kin­der füh­ren Kin­der“ konn­te ich die in­teressan­te Be­obach­tung ma­chen, dass Kin­der un­ter­ein­ander we­sent­lich ein­fa­cher ler­nen und für eine Sa­che zu be­geis­tern sind, als wenn Er­wa­chsene Kin­dern et­was bei­brin­gen möch­ten. Eine Ur­sa­che da­für ist, dass Kin­der un­ter­ein­an­der auf glei­cher Ebe­ne be­zieh­ungs­wei­se Au­gen­hö­he mit ähn­licher Wort­wahl kor­res­pon­dieren, wie dies Er­wachse­ne zu Kin­dern kaum schaf­fen kön­nen.