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Kinder führen Kinder mit MINTiKi

 

 

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Kin­der ab dem Grund­schul­alter ler­nen seit November 2003 re­gel­mä­ßig und ak­tiv an­dere Kin­der durch ein Mu­seum zu füh­ren. Die Kin­der erarbeiten sich die In­for­ma­tio­nen zu den Ob­jek­ten selbst mit Hil­fe von Er­wa­chse­nen und den zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Ar­beits­mit­teln. Anschließend tragen sie sich ihr Wissen ge­gen­sei­tig vor und unterstützen sich bei der Fehler­er­ken­nung. Die Er­wa­chse­ne sind mög­lichst nur als Mo­dera­tor und Be­ra­ter aktiv. Be­su­cher­kin­der wer­den ein­mal mo­nat­lich ge­führt.

Die Tex­te wer­den von den Kin­dern nicht aus­wen­dig ge­lernt, so dass je­de Füh­rung ein Uni­kat ist. So üben die Kin­der das freie Spre­chen spie­lend ohne No­ten­druck. Natür­lich kön­nen die Kin­der auch hin­ter die Ku­lis­sen des Mu­seums bzw. der Ein­rich­tung schauen und Din­ge er­le­ben, die für nor­male Be­sucher nicht zu­gäng­lich sind (zum Bei­spiel der Be­such des Ma­ga­zins und Ar­chi­ves). Ab­ge­sehen da­von möch­te ich er­rei­chen, dass die Dresdner Kin­der­grup­pen ei­nen lockeren Kon­takt un­ter­einan­der pfle­gen, das heißt es soll­ten ge­gen­sei­tige Führungen und ge­mein­same Ver­an­stal­tun­gen statt­finden. Inner­halb von Dres­den sol­len mög­lichst vie­le In­ter­essen­ge­biete in den un­ter­schied­lichsten Museen und Ins­ti­tu­tio­nen ab­ge­deckt wer­den.

In allen Ein­rich­tun­gen (Deu­tsches Hy­giene­museum Dres­den, Bo­ta­ni­scher Gar­ten der TU Dres­den, Karl May Museum Ra­de­beul, Tech­nische Samm­lungen Dres­den, Tech­nische Uni­ver­sität Dres­den -Kus­todie, staat­liche Kunst­samm­lungen – Museum für Sächsische Volks­kunst mit Pup­pen­the­ater­samm­lung, Zoo Dres­den, Ver­kehrs­museum Dres­den) in de­nen ich die­ses Pro­jekt dauer­haft oder zeit­lich be­grenzt durch­führen konnte zeigte sich, dass sich die Kin­der mit viel Freu­de und Ta­lent die­sem in­teressanten Hobby wid­meten und es nicht an der Un­fähig­keit der Kin­der lag, wenn die­ses Pro­jekt nicht fort­geführt wurde.

 

Hier ein kurzes Beispiel der Kindern im Hygiene­museeum (1. Klasse):

(wenn hier kein Video angezeigt wird, einfach hier nach­sehen https://www.youtube.com/watch?v=Ga-WuXG0HuU)

 

Bei der Durch­führung des Pro­jek­tes „Kin­der füh­ren Kin­der“ konn­te ich die in­teressan­te Be­obach­tung ma­chen, dass Kin­der un­ter­ein­ander we­sent­lich ein­fa­cher ler­nen und für eine Sa­che zu be­geis­tern sind, als wenn Er­wa­chsene Kin­dern et­was bei­brin­gen möch­ten. Eine Ur­sa­che da­für ist, dass Kin­der un­ter­ein­an­der auf glei­cher Ebe­ne be­zieh­ungs­wei­se Au­gen­hö­he mit ähn­licher Wort­wahl kor­res­pon­dieren, wie dies Er­wachse­ne zu Kin­dern kaum schaf­fen kön­nen. 

 

 

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Als Ausgangspunkt für dieses Projekt kann meine Zeit als jugendliche Museumsführerin durch die Dornburger Schlösser bei Jena von 1977 bis 1980 gesehen werden. In diesen Schlössern hatten Frau und Herr Pusch in langjähriger Zusammenarbeit mit der Schule von Dorndorf ein gut funktionierendes ähnliches Projekt für Jugendliche ab 13 Jahren organisiert.

ellifuerung.pngDie Ju­gend­lichen ab­sol­vier­ten un­ter Lei­tung von Frau Pusch einen zwei­wöchigen In­ten­siv­kurs, in wel­chem sie die wich­ti­gsten Fak­ten für eine Be­sucher­führung ken­nen lern­ten und eine Führung im Bei­sein der Kurs­lei­terin durch­führ­ten. Da­nach führten wir die Be­sucher eigen­stän­dig durch die Schlös­ser. Zu­sätzliche In­for­ma­tionen fan­den wir in einem dicken Hef­ter. Konn­ten wir einmal die Fra­gen trotz­dem nicht be­ant­worten half Frau Pusch an der Kas­se immer gern weiter. Wir Schüler er­hiel­ten pro Führung von 60 bis 90 Minuten mit ma­xi­­mal 40 Be­su­chern eine An­er­ken­nung von 2,00 DDR-Mark und das even­tuelle „Trinkgeld“. Auf diese Wei­se konnte Frau Pusch die Führungen außer­halb der Un­ter­richts­zei­ten, also am Nach­mit­tag und das ge­sam­te Wo­chen­en­de über und in den Ferien fast kom­plett schü­ler­ge­führt or­ga­ni­sieren. Wir besserten un­ser Taschen­geld auf und lern­ten nebenbei freiwillig das frei­es Spre­chen. Für mich war das eine sehr schöne und meine Persönlichkeit prägende Zeit!

 

Eine solche in­teressante Frei­zeit­ge­stal­tung woll­te ich auch ger­ne für mei­ne Pro­jekt­kin­der or­ga­ni­sieren. Nach um­fan­grei­chen Be­müh­ungen bei verschiedenen Museen traf ich 2003 auf offene Ohren bei Herrn Metz­ger, den da­ma­li­gen Lei­ter der Mu­seums­pä­da­go­gik des Deu­tschen Hy­giene­museums Dres­den. Daraus entwickelte sich die Idee „Kin­der führen Kin­der“ und in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Projekt in der 16. Grund­schule „Jo­se­phine“ für we­sent­lich jün­gere Kin­der. Auch die da­ma­lige Schuldi­rek­to­rin Frau Bräu­er war so­fort ein­ver­stan­den und so konnten wir kurz­fristig schon im November 2003 mit un­serem Pro­jekt be­ginnen. 

 

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Dieses Projekt findet auch als außer­schu­lische Ar­beits­ge­mein­schaft seit 2006 im Bo­tan­ischen Gar­ten der TU Dres­den statt. Im Karl May Mu­seum Rade­beul findet „Kin­der führen Kinder“ in Zu­sam­men­ar­beit mit einer be­nach­bar­ten Grund­schule mit fin­an­zieller Unter­stützung eines Fonds „Ganz­tages­an­ge­bote“ des Sächsischen Kul­tus­mi­nis­ter­iums mit kurzer Unterbrechung seit 2007 statt. 

Wei­ter­hin gab es auch Kin­der­grup­pen vom 07.02.2006 bis De­zem­ber 2007 in den Tech­ni­schen Samm­lungen Dres­den und 2006 un­ge­fähr ein Jahr im Ver­kehrs­museum Dres­den. 

Im Zoo Dres­den hat­ten die Lehr­lin­ge mit zu­nehmen­der Be­geis­ter­ung die­se Auf­ga­be für etwa ein hal­bes Jahr übe­rnom­men. Kurz­zeitig führte auch das Museum für Sächsi­sche Volks­kunst mit Pup­pen­the­ater­samm­lung der Staat­lichen Kunst­samm­lungen Dres­den dieses Projekt ein. 

In der Rüst­kam­mer der Staat­lichen Kunst­samm­lungen Dres­den gibt es eine Kin­der­grup­pe un­ter dem Na­men „Kin­der für Kin­der“. Eine Wei­ter­führung der Grup­pen ins Ju­gend­al­ter ist mei­ner­seits an­ge­dacht und wird sich bei er­folg­reichem Ab­lauf der Kin­der­grup­pen si­cher­lich von allein er­ge­ben. Die Pro­jektidee „Kin­der führen Kin­der“ fand 2005 bundesweit in einen dpa Artikel Beachtung und etabliert sich seither in vielen anderen Museen. 

 

 

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Letzte Änderung dieser Seite am 25.03.2017 um 20:43 Uhr

Ich bin nicht wie die anderen, aber ich kann es vort├Ąuschen. (Kurt Cobain)

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