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Juniordoktor

 

 

Projektwochen in der 16. Grundschule Josephine – in Zusammenarbeit mit der TU-Dresden und im Rahmen der Stadt der Wissenschaft 2006


Das Jahr 2006 war DAS Wissenschaftsjahr in Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt Dresden hatte den Wettbewerb gewonnen und war Stadt der Wissenschaft 2006 geworden. Überall in der Stadt stellten wissenschaftliche Einrichtungen und auch Betriebe ihren Bezug zur Wissenschaft vor, auch in Kaufhäusern und Kaufzentren.

Da mein Sohn bezüglich Wissenschaft und Technik schon im Vorschulalter ein ausgesprochenes Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Zusammenhängen hatte, nutzte ich diese Gelegenheiten ziemlich ausgiebig -einerseits um meinem Sohn ohne viel eigene Vorbereitung intensive Erlebnisse in dieser Hinsicht zu bescheren und andererseits, um die zuständigen Mitarbeiter ganz nebenbei von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass man, entgegen landläufiger Meinungen, schon möglichst zeitig die  natürliche Neugier der Kinder zur Förderung der  Interessen an Wissenschaft und Technik nutzen sollte. Später arbeitete ich auf Vermittlung der Musiklehrerin der 16. GS Josephine (Frau Sylke Täubrich) auch ehrenamtlich im städtischen Organisationsteam mit, in welchem die Leiter für Öffentlichkeitsarbeit der meisten Institute der Stadt ihre Veranstaltungen planten und koordinierten und erreichte damit, dass vermehrt auch geeignete Angebote für Kinder entwickelt wurden.

Der Ausgangspunkt dafür waren allerdings ähnliche Begebenheiten wie die folgende:

Mein Sohn und ich standen an einem Institutsstand, an welchem unter anderem die Funktionsweise einer Induktionsherdplatte demonstriert werden sollte und ein Zuschauer fragte, wie denn das funktioniere und warum denn Eisentöpfe auf der Platte stehen bleiben und Aluminiumtöpfe aber schweben würden? Die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit meinte, dass sie das nicht erklären könne und der Zuschauer warten solle, bis der gerade beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter das tun würde. Mein Sohn hatte das beobachtet und fragte den Besucher kurzerhand, ob er es ihm auch erklären dürfe. Auf das von ungläubigen Blicken begleitete "Ja" hin erklärte mein Sohn die Sache, fachlich richtig, kurz und bündig, aber auch so, dass es für einen Laien verständlich war. Der inzwischen auch zuhörende wissenschaftliche Mitarbeiter bestätigte anschließend die Richtigkeit.

Danach brauchte es keine Worte der Überzeugung mehr, dass auch Kinder in diesem Alter schon genügend Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Zusammenhängen haben und es möglich ist, ihnen diese auch zu erklären. Wichtig dabei ist allerdings, dass diejenigen mindestens den gleichen Spaß an der betroffenen  Problematik haben wie die Kinder und Kinder haben meistens sehr feine "Antennen" dafür, ob dies nur gespielt oder echte Überzeugung ist. Meine praktischen Erfahrungen decken sich da voll und ganz mit den wissenschaftlichen Erkennntissen der Entwicklungspsychologie.

 


juniordoktor.jpgIn der 16. Grundschule findet jedes Schulhalbjahr für alle Kinder eine Projektwoche zu einem festgelegten Thema statt, welches dann von verschiedenen jahrgangübergreifenden Kindergruppen in unterschiedlichster Art bearbeitet wird (zum Beispiel Oberthema Astronomie: mögliche Themen –Außerirdische, Astrologie und Hexerei, Gärtnern und Kochen nach dem Mond,...) 
Zu diesen Projektwochen gab es von 2004 bis 2007 manchmal auch unter N&T-Aspekten eine von mir geleitete Kindergruppe.

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In der Projektwoche vom 12.06.2006 bis 16.06.2006 mit insgesamt 20 Unterrichtsstunden (davon dienten 4 Unterrichtsstunden der Dokumentation des Projektes) konnte ich erreichen, dass natwiss./techn. interessierte Kinder mit hervorragender, tatkräftiger Unterstützung der verantwortlichen Mitarbeiter in einigen wissenschaftlichen historischen Sammlungen der TU Dresden lernten, selbstständig andere Kinder durch diese ausgewählten Sammlungen zu führen. Als ich den Organisatoren der Veranstaltungen zu „Stadt der Wissenschaft Dresden 2006“ meine Idee vorstellte, waren sie davon so überzeugt, dass sie die betroffenen Sammlungen zu den Stationen des Juniordoktor-Projektes der Stadt der Wissenschaften 2006 Dresden aufnahmen. 



Für diese Projektwoche der 16. Grundschule entschieden sich ca. 25 Kinder der Klassenstufen 1 bis 4, welche nach den Interessen der Kinder in drei ca. gleichgroße Gruppen für folgende Ausstellungen aufgeteilt wurden:

 

  • Getriebetechnik
  • Farbstoffsammlung und Anorganische Chemie - Sammlung
  • Historische Elektromaschinensammlung (Starkstromtechnik) und Schwachstromtechniksammlung "elektron"

 

In allen Gruppen zeigte ein Teil der Projektkinder nach der Projektwoche erstaunliche Leistungen, das heißt Führungen der Besucherkinder, die fachlich sehr gut waren und von 30 bis 90 Minuten dauerten. Auch die Lehrkräfte der TUD waren beeindruckt. 
Im Interesse der Kinder wäre eine Weiterführung notwendig gewesen. So sind erst im Laufe der Vorträge bei manchen der besonders interessierten Kinder Fragen entstanden, die sie sich während des Vortrages selbst zu erklären versuchten. Dabei fanden sie eigene, kindgemäße, oftmals sogar logische und richtige Erklärungen. Manchen Kindern hatte es so gut gefallen, dass sie sich eine Fortführung der Veranstaltung wünschten. Im Rahmen meines Fernzieles werde ich versuchen, derartige Dauerveranstaltungen für solche Kinder in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern oder Studenten der TUD zu organisieren.

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Letzte Änderung dieser Seite am 08.06.2017 um 17:43 Uhr

Erfolg steigt nur zu Kopf, wenn dort der erforderliche Hohlraum vorhanden ist. (Heinz Erhard)

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Natur und Technik für interessierte Kinder

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