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Autogenes Training in Kooperation mit der Barmer-Krankenkasse und dem Medita 1. Yoga-& Vitalzentrum Sep./Okt. 2004

 

autogenes_training.jpgSeitdem mein Sohn nahezu fließend sprechen konnte (circa 1¾ Jahre alt), entwickelte er die regelmäßige Angewohnheit, die tagsüber nicht zu seiner vollen Zufriedenheit geklärten Fragen abends im Bett, wenn er schlafen sollte, noch mit mir zu besprechen und fast pausenlos neue Fragen daraus zu entwickeln (gelegentlich bis 23.00 Uhr und länger). Manchmal schlief ich eher als er dabei ein. Ich habe alles Mögliche versucht, zum Beispiel:

 

  • erzählte ich Geschichten von einem kleinen Jungen, der nicht schlafen wollte, wobei er nach einer Woche meinte, er möchte die Geschichten über sich nicht mehr hören
  • musste er alleine ins Bett gehen, wobei es in diesen Fällen manchmal bis 1.00 Uhr dauerte, bis er einschlief
  • ich sang ihm stundenlang Schlaflieder vor, bis mir keine mehr einfielen und ich alle möglichen Lieder zu Schlafliedern umfunktionierte (von Weihnachtsliedern bis Heidenröslein), da ich auf Protest stieß, sollte sich ein Lied am Abend wiederholen

 

Es half einfach nichts, auch als er in die Schule kam, änderte sich das nicht, bis ich auf die Idee kam, dass Autogenes Training eine Lösung sein könnte. Da ich aus den Erzählungen anderer Eltern ähnliche Erfahrungen hörte und in meinem Unterricht feststellte, dass einige der Kinder auch bei noch so interessanten Themen keine Sekunde ruhig sitzen konnten (die Kinder äußerten teilweise selbst Bedauern darüber), suchte ich mir Projektpartner für die Finanzierung (↗Barmer-Krankenkasse, Frau Müller) und Durchführung (Medita 1. Yoga- und Vitalzentrum). Da die ca. 20 teilnehmenden Kinder, ausschließlich Schüler der 16. Grundschule waren, fanden die 20 Veranstaltungen in der Schule statt.

(Über die wissenschaftlich fundierte, neurobiologische Wirkung von Autogenem Training und ähnliche Entspannungstechniken kann unter anderem in dem Buch "Das Gedächtnis des Körpers - Wie Beziehungen und Lebensstiele unsere Gene steuern" von Joachim Bauer nachgelesen werden.)

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Durchführung

 

Die Kursleiterin und ich teilten die Kinder in zwei Gruppen zu je 10 Kindern, um möglichst gute Erfolgsaussichten zu erreichen. Die Mitbetreuung durch eine Horterzieherin der Schule und die dauerhafte Etablierung dieser Kurse, wie ich eigentlich gehofft hatte, konnte leider nicht realisiert werden. Damit die Veranstaltungen stattfinden konnten, übernahm ich den Part der Mitbetreuung der Kinder und kann so authentisch über den erstaunlichen Erfolg berichten. In den ersten zwei/drei Übungsstunden schaffte es ein Teil der Kinder trotz des eigenen festen Willens nicht, ruhig zu liegen. Sie bemühten sich wirklich redlich, man konnte den selbst auferlegten Zwang förmlich sehen und wenn wir die Kinder zur Beruhigung sanft an den zappligen Armen oder Beinen hielten und/oder streichelten, fühlten wir das nervöse Muskelzucken. Aber nach entsprechender beiderseitiger Geduld, lernten auch diese Kinder die Durchführung des Autogenen Trainings. Es war unglaublich, Kinder, die noch kurz zuvor furchtbar zapplig waren auf einmal völlig entspannt und ruhig (circa 30 min) liegen zu sehen. Das ist ein Erlebnis, welches man so schnell nicht vergisst. Aber auch nach den Übungsstunden waren die Kinder spürbar ruhiger! Sogar die Kinder, welche verständlicher Weise anfangs keine Lust zum Mitmachen hatten, kamen nach jeder weiteren Übungsstunde mit zunehmendem Interesse und äußerten ihre positiven Erfahrungen, ohne dass wir nachfragten. Mein Sohn lernte so innerhalb von 5-10 min einzuschlafen, allerdings nur, wenn er das wollte.   ;.)


Ich denke, dass derartige Veranstaltungen zum allgemeinen Angebot einer guten Grundschule gehören sollten, weil es sich um eine nebenwirkungsfreie Behandlung bzw. nützliche Lebenshilfe handelt, welche die Kinder auch im Erwachsenenalter bei Stress zur Entspannung gut gebrauchen können. Kinder sind in solchen Dingen leichter zu überzeugen und lernen schon deshalb intensiver und schneller. Allerdings müssen diese Veranstaltungen von geschulten medizinischen Fachkräften geleitet werden, was mit Unterstützung von Krankenkassen möglich sein sollte.

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Letzte Änderung dieser Seite am 07.06.2015 um 23:38 Uhr

Viele Menschen sind lieber mit halbem Wissen Erster, als mit doppeltem Zweiter. (frei nach Hermann Hesse)

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