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Adventskalender Antworten aus dem Jahr 2015

 

 

Türchen Antworten Wo steht das Exponat im Hygienemuseum?
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Das Gehirn ist das Organ, welches auch unser "ICH" bestimmt, wenn wir dieses transplantieren würden, dann würde das bedeuten, dass dein Körper ein anderes "ICH" bekommt und das eigene "ICH" dabei stirbt. Wie groß die Rechenleistungen unseres Gehirns sind, kannst du gut vergleichen, wenn du das Video anschaust, in welchem gezeigt wird, wie ein Roboter Handtücher zusammenlegt. (↗handtuchfaltender Roboter ) Außerdem ist es das Organ, welches mit allen anderen Körperteilen  verbunden ist und die Mehrzahl der Abläufe im Körper regelt. Es ist sozusagen der Zentralrechner des menschlichen Körpers.

Wenn dieses Organ krank ist und nicht mehr funktioniert, ist dies meistens sehr unangenehm für den Menschen, dem es gehört. Dann kann er unkontrolliert zittern, alles vergessen, sehr böse und gewalttätig sein, nicht mehr wissen, wer und wo er ist. Er kann sehr traurig werden oder auch unerträglich lustig und albern sein, er kann auch ganz ohne Bewusstsein sein und vieles andere mehr. Über die Funktion und die Funktionsweisen des Gehirns weiß man heute schon sehr viel, aber noch wesentlich mehr noch nicht, weil man dieses Organ nicht so leicht beobachten kann, wenn es seine Arbeit verrichtet, oder auch nicht. Wenn die Verbindung des Gehirns zu einem Körperteil unterbrochen wird, dann ist der Mensch meistens an dieser Stelle gelähmt, weil die Befehle des Gehirns nicht mehr zu dem Arm oder Bein kommen und die Muskeln dort also nicht "wissen", dass sie sich zusammenziehen oder strecken sollen.

 

Rotationsanimiertes Modell eines menschlichen Gehirns, (Quelle: Wikipedia, am 28.02.2016)


Gehirn, Sinne und Mimik
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Die allgemein bekannten drei Hauptabteilungen des Gehirns sind das Stammhirn, das Kleinhiern und das Großhirn. Oft werden dieser Einteilung noch das Zwischenhirn (mit dem Hypothalamus) hinzu gefügt. Außerdem sind Klein- und Großhirn in linke und rechte Hirnhälfte geteilt. Dabei ordnet man der linken Großhirnhälfte hauptsächlich das mathematisch, logische (rationale) und analytische (auswertende) Denken und die Sprache zu.  Die rechte Gehirnhälfte steuert mehr die Intuition, Kreativität, Symbole und Gefühle. Außerdem sind auch die Körperhälften größtenteils einer Gehirnhälfte zugeordnet -die linke Körperhälfte der rechten Gehirnhälfte und die rechte Körperhälfte der linken Gehirnhälfte. Also wird bei Rechtshändern die rechte Hand, die bei vielen Menschen die genaueren Tätigkeiten ausführt, von der linken Gehirnhälfte gesteuert. Bei Linkshändern ist es umgekehrt. Warum es eine solche "Händigkeit" gibt, weiß man noch nicht genau.

Wie man heute weiß, verarbeiten die Gehirne von Männern und Frauen einige Informationen teilweise unterschiedlich, was aber nicht bedeutet, dass die Fähigkeiten streng getrennt sind. Also die in der Gesellschaft manchmal vorhandenen Vorurteile, dass Frauen keine Technik können und Männer nichts mit Kindern anzufangen wüssten, ist falsch -dass weiß man heute schon sehr gut. Aber auch zwischen den Frauen untereinander oder auch den Männern untereinnander gibt es Unterschiede -es gibt Frauen, die sich mehr für Technik interessieren und Männer, die lieber mit Kindern spielen, als mit Technik. Die beiden Gehirnhälften arbeiten oft auch zusammen. Dafür gibt es dazwischen den sogenannten Balken -eine Verbindung den beiden Gehirnhälften. Wenn diese unterbrochen wird (z.B. durch einen Unfall) dann kann dieser Mensch viele Dinge nicht mehr so erledigen, wie alle anderen.

Aber es gibt auch viele andere erstaunliche Dinge über das Gehirn -darüber sprechen wir später.


Das Stammhirn:

verschaltet und verarbeitet eingehende Sinneseindrücke und ausgehende motorische Informationen und ist zudem für elementare und reflexartige Steuermechanismen zuständig. Hier kreuzen sich die Nervenbahnen der beiden Körperhälften. Außerdem werden viele automatisch ablaufende Vorgänge wie Herzschlag, Atmung oder Stoffwechsel gesteuert. Ebenso befinden sich hier wichtige Reflexzentren, die zum Beispiel Lidschluss-, Schluck-, Husten- und andere Reflexe auslösen. Das untere Ende des Nachhirns schließt an das Rückenmark an. Das Stammhirn ist also für das Überleben zuständig. Dieser Teil des Gehirns hat sich in der Entwickluzngsgeschichte des tierischen Lebens (Evolution) schon sehr zeitig -vor mehr als 200 Millionen Jahren- entwickelt und deshalb besitzen auch alle Wirbeltiere wie Schlangen, Fische und Lurche (z.B. Frösche) und natürlich Vögel und Säugetiere (Hund, Katze, Affe einschließlich Mensch) diesen Teil des Gehirns. Insekten wie Fliegen und Würmer besitzen kein solches Gehirn. Regenwürmwer haben beispielsweise nur ein Strickleiter-Nervensystem mit Nervenknoten.


Das Kleinhirn

ist, wie der Name schon sagt, im Vergleich zum Großhirn relativ klein aber wesentlich dichter gepackt, und deshalb nicht wesentlich leichter als das Großhirn. Es ist verantwortlich für die Koordination unserer Körperbewegungen. Das Kleinhirn übernimmt die Steuerung unserer Bewegungen und lotet das Gleichgewicht für uns aus, indem es die Lage im Raum berechnet und an das Großhirn meldet.

Bei Tieren ist es – im Vergleich zum Großhirn – oft stärker entwickelt als beim Menschen, insbesondere bei Arten mit Flugvermögen oder bei schnellen Räubern. Außerdem wird dem Kleinhirn eine Funktion beim unbewussten Lernen zugeschrieben. Neuere Forschungen (2005) lassen darauf schließen, dass es am Spracherwerb und dem sozialen Lernen beteiligt ist. Dieser Teil des Gehirns entwickelte sich in der Geschichte der Tiere erst später als das Stammhirn und deshalb sind seine Funktionen auch komplexer und teilweise mit dem Bewusstsein verbunden. Alle Wirbeltiere haben neben dem Stammhirn auch ein Kleinhirn.


Das Zwischenhirn

leitet die von den Sinnesorganen (Augen, Nase, Zunge, Ohren, ...) ankommenden Informationen zum Großhirn weiter und filtert dabei nach wichtigen und unwichtigen Informationen. Es leitet nur wichtige Informationen weiter zum  Großhirn. Deshalb wird es auch häufig als Relaisstation bezeichnet. (Ein Relais ist ein elektromagnetischer Schalter.) 

Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns. Ihm kommt eine bedeutende Aufgabe zu: Zusammen mit der Hypophyse, der Gehirnanhangdrüse, steuert er relativ autonom den Hormonhaushalt. Er bestimmt jedoch auch Hunger- und Durstgefühl, sexuelle Lust und Motivation und den Tag-Nacht-Rhythmus.


Das Großhirn:

ist das oberste Entscheidungs- und Befehlsstation. Es erstellt unser "ICH", also unser Bewusstsein, verteilt die Befehle unserer gewollten Bewegungen an die Muskeln, was wir sprechen, denken, es rechnet, schätzt Gefahren ein, aber es plant und entscheidet auch, es empfindet Freude, Leid und Schmerz und wenn wir in den Spiegel sehen, dann erkennt es uns wieder, es hilft uns dabei, andere Menschen zu verstehen, aber was wir oft nicht wissen, es hat im Laufe deines Lebens schon viel gelernt und Erfahrungen gesammelt und deshalb entscheidet es auch manchmal für uns -Beispiele, an denen du das leicht erkennen kannst, sind optische Täuschungen (Experiment: rolle ein Blatt Papier zu einer Rolle von ca. 2 cm Durchmesser, halte diese Röhre vor das eine Auge, die andere Hand legst du von der Seite an das Rohr und schaust mit dem anderen Auge darauf, so dass beide Augen gleizeitig ein anderes Bild sehen. Was siehst du? Deine Hand hat plötzlich ein Loch! Wie kommt das? Deine Augen liefern unterschiedliche Bilder an dein Gehirn, dieses "rechnet" diese Bilder zusammen und weil es diese Kombination noch nicht kennt (normalerweise sind die beiden Bilder ja fast gleich -nur etwas seitlich verschoben, damit wir räumlich sehen können) setzt es die Bilder nach seinen bisherigen Erfahrungen einfach zusammen und es entsteht ein Loch in deiner Hand, welches es nicht gibt.) Dieser teil des Gehirns ist im Laufe der Entwicklung des Lebens von den kleinsten Lebewesen bis zum Menschen (man nennt das Evolution) als letztes entstanden und nur die höher entwickelten Tiere wie Vögel und Säugetiere (wie Elefant, Delphin, Wal, Hund, Katze, Affen und der Mensch)  besitzen ein Großhirn. Fische und Lurche besitzen z.B. kein Großhirn.

 

Gehirn, Längsschnitt

 

 


 



 
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Der Homunkulus ist ein künstlich geschaffenes Menschenbild (latainisch ‚Menschlein‘), welches im späten Mittelalter erfunden wurde, also in der Zeit, als die Ritter ihre Burgen vor Räubern verteidigten. In der darauffolgenden Geschichte bekam das Wort verschiedene Bedeutungen.

Der im Hygienemuseum gezeigte Homunkulus ist allerdings den Neurowissenschaften (also der Erforschung des Gehirns und der Nerven) zuzuordnen und wird seit den 1950er Jahren im übertragenen Sinn für die Zuordnung der verschiedenen Teile der Haut an den verschiedenen Körperteilen zu den verschiedenen Abschnitten auf der Linie, welche entstehen würde, wenn man das Gehirn quer zu der natürlichen Teilung der zwei Großhirnhälften schneiden würde.

Aufteilung motorischer/sensorischer Cortex und Homunculi (Quelle für Skizze: Wikipedia)

 

Dabei sind die empfindlichsten Körperteile (wie der Mund und die Zunge, die Hände und Füße z.B. besonders groß dargestellt, weil sie am empfindlichsten sind und deshalb auf dem Gehirn auch die größten Flächen benötigen, weil ja besonders viele Gehirnzellen für die Verarbeitung der Eindrücke notendig sind.

Für alle sensiblen und motorischen Bahnen gibt es eine Punkt-zu-Punkt-Zuordnung zwischen der Körperperipherie und dem Gehirn. So ist z. B. eine bestimmte Zellgruppe in der Großhirnrinde (Cortex) für die bewusste Wahrnehmung eines Schmerzreizes in einem ganz genau definierten Hautareal, und zwar nur für dieses, zuständig. Das Gehirn kann also allein aus der aktivierten Zellgruppe im Cortex schlussfolgern, in welchem Körperabschnitt der Schmerz auftritt. Diese Projektionen (Zuordnung) vom Körper auf das Gehirn entsprechen den sensorischen (Tastsinn) und motorischen (Bewegung)  Rindenfeldern. Die Größe des Zellgebietes im Rindenfeld(Oberfläche auf dem Großhirn) entspricht nicht genau dem Ausmaß des Areals der Haut. Für besonders feinsensible oder feinmotorische Körperabschnitte (z. B. Finger) stehen recht große Rindenareale zur Verfügung. Andere Körperteile, die keine fein abgestimmten Bewegungen ausführen und die nicht so schmerzempfindlich sind (z. B. Bauch), haben nur relativ kleine Rindenfelder. Der „Homunkulus“, der durch die symbolische Nachzeichnung der mit den Gehirnoberfläche (Cortexarealen) zugeordneten Körperteile entsteht, ist also gegenüber der tatsächlichen Körpergestalt stark verzerrt.


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Letzte Änderung dieser Seite am 29.02.2016 um 00:19 Uhr

Ehe man anfängt, sein Feinde zu lieben, sollte man seine Freund besser behandeln. (Mark Twain)

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